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So viele Milliardäre wie nie zuvor
von Spacedrops, am 12.10.2006 um 00:57, Rubrik: Authorität des Realen | Kommentare 0
Ob die Deutschen Anlass zur Klage über monitäre Defizite in den privaten Haushalten oder öffentlichen Kassen haben, mag eine streitbare Frage sein. Dafür, daß dies in denn allermeisten Fällen auf hohem Niveau geschehen würde, spricht eine neue Umfrage des “Manager Magazins”, nach der die Deutschen in der aktuellen Weltrangliste der reichsten Menschen auf unserem Flummy so viele Milliardäre wie nie zuvor stellen.
Es entzieht sich wohl dem Vorstellungsvermögen der meisten Leser, ob und wem die Redaktion dieses Magazins mit solchen Veröffentlichungen einen Dienst erweisen könnte. Schließlich geht es ja nicht um die Rangliste der Sportwagen mit den meisten Pferdestärken, was unter Umständen eine noch nachvollziehbare Motivation der Redakteure unterstellte.
Denn so würden wenigstens wieder einige Verrückte mehr zu Hause auf ihren israelischen Obstkisten statt deutscher Eiche sitzen, das Geld zu ALDI tragen und auf ihre Krankenversicherung verzichten, um ein paar PS mehr in ihrer Garage zu beherbergen — sofern sie sich eine solche leisten können oder, mit Verlaub, wollen.
Natürlich findet man in dieser Rangliste die üblichen Verdächtigen, wie Karl und Theo Albrecht (jeweils ca. 16 Milliarden €) oder Lidl-Inhaber Dieter Schwarz (ca. 10.3 Milliarden €), was bestenfalls einen gewissen kalorischen Informationswert bietet. Doch die Aussage, daß es mehr deutsche Milliardäre als je zuvor gibt, hat einen konkrete Qualität, und zwar eine Nationale.
Man ist eben geneigt, den Blick nicht wegzurichten oder diese Information als übliches IPO-Gedöns oder Medienkampagne in der untersten Schublade der kollektiven, national-apokalyptischen Verwesung zu überlassen.
Unterstellt man einmal, daß ein renomiertes Fachmagazin mit seinen Veröffentlichungen Trends nicht nur wiedergeben sondern auch setzen will und dabei womöglich eine Strategie verfolgt, sollte ihm der Verfassungsschutz vielleicht seine erhöhte Aufmerksamkeit widmen.
So bringen solche Artikel zumindest die zu Ikonen der freien Marktwirtschaft verzerrten Individuen in den Blickwinkel der Neider, und auch solcher, die vor Raub oder Propaganda nicht zurückschrecken, und sie polarisieren vor dem Hintergrund einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich in unserer Republik.
Ja — stattdessen konzentriert man sich von seinem Rollstuhl aus lieber auf ein paar Irre, die sich in deutschen Fußballstadien mit Affenlauten den Frust über ihre wohl unglücklichen Lebenssituationen von der Leber gruntzen. Sicher wollen wir keinen Rassismus und keine Diskriminierung in Deutschland, Fairness braucht es nicht nur im Sport und Papier kann (!) geduldig bleiben…
Es kann einem im Übrigen egal sein, ob jemand anderes eine halbe, zwei oder 20 Milliarden Euro Privatvermögen besitzt und auch Milliardäre können ein farbiges Parteibuch haben. ;-)
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